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Das trockene Auge:
Krankheitsbild, Therapiemöglichkeiten und Tipps zur Augengesundheit
Der Artikel "Das trockene Auge" wurde zuletzt bearbeitet am von
Das trockene Auge:
Krankheitsbild, Therapiemöglichkeiten und Tipps zur Augengesundheit
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Das trockene Auge

Das trockene Auge (Sicca-Syndrom, Keratokonjunktivitis sicca) gehört zu den häufigsten Erkrankungen in der Augenheilkunde. Es führt zu Störungen des Tränenfilms, die potentiell die Augenoberfläche schädigen können und von entzündlichen Prozessen begleitet werden. Unbehandelt verursachen trockene Augen Begleiterscheinungen wie Brennen, Jucken und Fremdkörpergefühl. Zudem können sie zu erheblichen Einschränkungen der Sehleistung sowie einer Verminderung der Lebensqualität führen.

Man kann derzeit davon ausgehen, dass etwa jeder 6. Erwachsene in Deutschland an trockenen Augen leidet. Das Krankheitsbild wird durch verschiedene Faktoren hervorgerufen. Dazu zählen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), chirurgische Eingriffe am Auge, Chemotherapie oder der Hormonstatus, vor allem bei Frauen in der Schwangerschaft oder Menopause und bei Einnahme von oralen Kontrazeptiva (die Pille). Zudem können auch Medikamente und unser Lebensstil (niedrige Luftfeuchtigkeit, Klimaanlagen, Rauchen, Alkohol) trockene Augen verursachen.

Bei der Klassifizierung des Krankheitsbildes wird zwischen einer verminderten Tränenproduktion (Hyposekretion) und einer vermehrten Verdunstung des Tränenfilms (Hyperevaporation) unterschieden.

In der Mehrzahl der Fälle trockener Augen liegt eine Hyperevaporation vor.

Benetzung der Augenoberfläche mit Augenbefeuchtungsmitteln

Die Benetzung der Augenoberfläche mit Augenbefeuchtungsmitteln ist die Basis der Therapie trockener Augen.
Dabei sollte auf verschiedene Faktoren, wie Verträglichkeit, Verweildauer am Auge und Qualität der Inhaltsstoffe geachtet werden.

  1. Augenbefeuchtung muss intensiv und langanhaltend sein!

    Gegenwärtig steht eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln als Augentropfen zur Verfügung. Weitverbreitet sind Augentropfen auf Basis wässriger Lösungen.

    Vor allem befeuchtende Augentropfen mit Hyaluronsäure sind mittlerweile anerkannter Therapie-Standard.

    Das Natriumsalz der Hyaluronsäure (Natriumhyaluronat) hat sich für die Augenbefeuchtung als ideal erwiesen. Aufgrund seiner chemischen Struktur bindet Natriumhyaluronat ein Vielfaches seines eigenen Gewichts an Wasser. Natriumhyaluronat haftet hervorragend auf der Augenoberfläche und bildet einen gleichmäßigen Feuchtigkeitsfilm, der lange stabil bleibt. Da es sich bei Natriumhyaluronat um eine körpereigene Substanz handelt, zeichnet sie sich durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Diese Tropfen erweisen sich insbesondere bei Formen des trockenen Auges mit verminderter Tränenproduktion als hilfreich, da sie die mangelnde Tränenflüssigkeit ersetzen.

  2. Die Qualität der Tränenersatzmittel ist maßgebend

    Tränenersatzmittel sollten keine Inhalts- oder Hilfsstoffe enthalten, die hornhauttoxisch sind und zu Reizungen oder Unverträglichkeitsreaktionen der Augen führen können. Solche Hilfsstoffe, wie z. B. Konservierungsmittel, die eine Verkeimung von Augentropfen während der Lagerung und Anwendung vermeiden sollen, schädigen die Zellen der Augenoberfläche. Diese Substanzen wirken sich negativ auf den natürlichen Tränenfilm aus und sind zudem Ursache von vielerlei Unverträglichkeitsreaktionen. Spezielle Mehrdosenbehältnisse, wie z. B. das patentierte COMOD®-System, garantieren den Verzicht auf Konservierungsmittel, da sie eine Verunreinigung der Lösung durch Mikroorganismen verhindern. Zudem ermöglichen sie eine einfache Anwendung der Tropfen am Auge.

    Konservierungsmittelfreiheit kann aber auch durch wasserfreie Augentropfen und Augensalben ermöglicht werden, da Mikroorganismen überwiegend in wasserhaltigem Milieu leben.

    Neben Konservierungsmitteln können sich aber auch die vielfach in Augentropfen enthaltenen Phosphate negativ auf eine bereits geschädigte Hornhaut auswirken. Zellen einer geschädigten Augenoberfläche setzen Kalzium frei. Dieses kann in Verbindung mit Phosphat schwerlösliche Kalziumphosphatablagerungen in der Hornhaut verursachen und somit das Sehvermögen dauerhaft verschlechtern. Daher sollten Augentropfen zur Behandlung trockener, gereizter Augen kein Phosphat enthalten.

    Auch Emulgatoren, die vor allem in Öl-Wasser-Zubereitungen eingesetzt werden, können unangenehme Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Solche Öl-Wasser-Zubereitungen enthalten Lipide wie Triglyzeride, Phospholipide und Rizinusöl. Lipide sind insbesondere in Augenbefeuchtungsmitteln enthalten, die die Lipidschicht des Tränenfilms wiederherstellen sollen. Diese Schicht ist insbesondere bei der hyperevaporativen Form des trockenen Auges instabil, was zu einer zu schnellen Verdunstung der Tränenflüssigkeit führt. Emulgatoren werden Augentropen zugesetzt um ölige und wässrige Substanzen, die sich normalerweise nicht miteinander verbinden, zu vermengen und so zu stabilisieren. Bei den ohnehin gestressten Augen können derartige Zusatzstoffe zu weiteren Reizungen und Unverträglichkeiten führen, weil Emulgatoren den Tränenfilm beeinträchtigen. Deshalb finden solche lipidhaltigen Tränenersatzmittel nur mangelnden Zuspruch.

    Aus diesen Gründen ist es vor allem für das hyperevaporative trockene Auge maßgebend, ein Produkt zu wählen, welches die Augenoberfläche nicht zusätzlich reizt, die Lipidschicht wieder stabilisiert und somit dem verstärkten Verdunsten der Tränenflüssigkeit entgegenwirkt.

Tipps und Tricks

Neben der Anwendung von Augentropfen und Augensalben können Sie durch die Berücksichtigung einiger einfacher Verhaltensweisen die Schwere Ihrer Symptome lindern.

Zu Hause und am Arbeitsplatz

  • Achten Sie auf eine ausreichende Feuchte der Raumluft. Dies erreichen Sie beispielsweise durch den Einsatz von Raumluftbefeuchtern. Aber auch durch das Platzieren von feuchten Handtüchern auf den Heizkörpern schaffen Sie insbesondere während der Heizperiode ein günstiges Raumklima. Auch das regelmäßige intensive Lüften der Wohnräume sollten Sie sich zur Gewohnheit machen.
  • Die Erhöhung der Luftfeuchte durch Zimmerpflanzen sollte bei der Gestaltung der Räume berücksichtigt und genutzt werden.
  • Verlassen Sie von Zeit zu Zeit Arbeitsraum oder Wohnung, um sich möglichst viel an der frischen Luft zu bewegen. Das gilt insbesondere, wenn in Ihrer Umgebung geraucht werden sollte.
  • Denken Sie im Tagesverlauf daran, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Nur bei einem ausgeglichenen und soliden Flüssigkeitshaushalt kann eine normale Tränenproduktion stattfinden. Die aufgenommene Flüssigkeitsmenge sollte mindestens 1,5 Liter betragen. Alkoholische Getränke dürfen Sie hier nicht mitrechnen, da der Alkohol zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust führt.
  • Wenn Sie an einem Bildschirm arbeiten, sind regelmäßige Pausen ein Muss. Auch sollten Sie Phasen einbauen, in denen Sie regelmäßig bewusst mehrfach blinzeln, um eine Befeuchtung der Horn- und Bindehaut sicherzustellen.

Im Auto

  • Richten Sie das Gebläse nie direkt auf Ihr Gesicht, da der ständige Luftzug die Augen reizen kann und zur verstärkten Austrocknung der Augenoberfläche führt.
  • Fahren Sie nicht bei offenem Fenster oder schützen Sie die Augen in diesem Fall mit einer Sonnenbrille.
  • Fahren Sie nicht ständig mit eingeschalteter Klimaanlage, da diese zu einem extrem trockenen Klima im Innenraum des Fahrzeugs führt.

In der Freizeit

  • Tragen Sie beim Baden im Schwimmbad eine Schwimmbrille. So vermeiden Sie Reizungen durch den Kontakt mit Chlorwasser.
  • An windigen Tagen oder bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie Ihre Augen mit einer (Sonnen-) Brille schützen, idealerweise mit seitlichen Abdeckungen, die einen zusätzlichen Schutz der Augenoberfläche vor Zugluft gewährleisten.