Trockenes Auge

Etwa jeder 6. Erwachsene in Deutschland ist betroffen

Trockenes Auge – Einer der häufigsten Augenerkrankungen

Das trockene Auge gehört zu den häufigsten Erkrankungen in der Augenheilkunde. Man geht derzeit davon aus, dass etwa jeder 6. Erwachsene in Deutschland davon betroffen ist. Es führt zu Störungen des Tränenfilms, die potentiell die Augenoberfläche schädigen und von entzündlichen Prozessen begleitet werden. Unbehandelt verursachen trockene Augen Begleiterscheinungen wie Brennen, Jucken und Fremdkörpergefühl. Paradoxerweise können auch tränende Augen auftreten. Zudem können trockene Augen zu erheblichen Einschränkungen der Sehleistung sowie einer Verminderung der Lebensqualität führen.

Tränenfilm

Bei trockenen Augen ist der Tränenfilm beeinträchtigt. Dieser setzt sich aus drei Schichten zusammen: Eine schleimhaltige Schicht (Muzinschicht), die direkt der Hornhaut aufliegt, einer darauf liegenden wässrigen Phase und einer nach außen abgrenzenden Lipid(Fett)schicht.

Die Aufgaben des Tränenfilms sind:

  • Ernährung der Hornhaut
  • Befeuchtung und Schutz der Augenoberfläche vor Infektionen
  • Glättung der Hornhaut und somit Sicherstellung einer optimalen Sicht
  • Bildung der Gleitschicht für einen reibungslosen Lidschlag

Die Aufgaben der Lipidschicht sind:

  • Vermeiden einer frühzeitigen Verdunstung der darunterliegenden wässrigen Phase und somit Vorbeugen des trockenen Auges.
  • Stabilisierung der wässrigen Phase des Tränenfilms.

Die Lipidschicht ist jedoch auf den Lidschlag und die Meibomdrüsen angewiesen. Die Meibomdrüsen liegen im oberen und unteren Lid und deren Öffnung in der jeweiligen Lidkante. Diese Drüsen produzieren das ölhaltige Sekret, aus dem sich die Lipidschicht zusammensetzt, und sondern dieses an der oberen und unteren Lidkante als kleine Tröpfchen ab. Während des Lidschlags, d. h. beim Aufeinandertreffen der oberen und unteren Lidkante, verschmelzen diese Tröpfchen zu einem Lipidfilm. Dieser wird, beim Wiederöffnen der Augen, gleichmäßig auf dem Tränenfilm verteilt. Somit dient jeder Lidschlag der Erneuerung der Lipidschicht.

Schematische Darstellung des intakten Tränenfilms
Schematische Darstellung des intakten Tränenfilms

Das trockene Auge hat vielfältige Ursachen

Trockene Augen werden durch verschiedene Faktoren hervorgerufen. Dazu zählen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), chirurgische Eingriffe am Auge und Chemotherapie. Auch spielt der Hormonstatus eine Rolle, vor allem bei Frauen in der Schwangerschaft oder Menopause und bei Einnahme von oralen Kontrazeptiva (die „Pille“). Medikamente und unser Lebensstil (intensive Bildschirmtätigkeit, niedrige Luftfeuchtigkeit, Klimaanlagen, Rauchen) können zudem Ursachen von trockenen Augen sein.

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Formen des Trockenen Auges

Bei der Klassifizierung trockener Augen unterscheidet man zwei Formen von trockenen Augen

  • Hypovolämische Form. Hier liegt ein Volumenmangel vor, welcher durch eine verminderte Produktion der wässrigen Phase verursacht wird.
  • Hyperevaporative Form auch evaporativ trockenes Auge genannt. Bei dieser Form kommt es zu einer erhöhten Verdunstung des Tränenfilms aufgrund einer Lipidphasenstörung.

Beide Formen führen zu einer Verringerung des Tränenfilms und können auch als Mischform auftreten. Subjektive Beschwerden der Betroffenen können richtungsweisend sein bei der Feststellung, welche Form der trockenen Augen vorliegt (s. Tabelle1).

1 basierend auf Kunert K. S. et. al. Trockenes Auge, Kaden Verlag, 2016: 53

Mit den verschiedenen Formen trockener Augen einhergehende Beschwerden1

Hyperevaporative Form(Übermäßige Verdunstung des Tränenfilms aufgrund einer Lipidphasenstörung)
Brennen
Lidrandreizung
Paradox tränendes Auge
Kontaktlinsenunverträglichkeit
Probleme bei der Tätigkeit am Bildschirm
Hypovolämische Form(Verminderte Produktion der wässrigen Phase)
Fremdkörpergefühl
Bindehautrötung
„Müde“ Augen
Erhöhte Blendempfindlichkeit
Trockener Mund

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